06.05.2019 - Flossbach von Storch

Obligationen – ein Sport mit eigenen Regeln


Obligationen haben ganz besondere Eigenschaften. Deshalb lässt sich ein Obligationinvestment nicht einfach mit einem Aktienkauf vergleichen. Worauf es bei Obligationinvestments ankommt.

Aktien sind wie Fussball und Obligationen sind wie Rugby. Warum? Die meisten Deutschen kennen sich einigermassen gut mit Fussball aus oder haben zumindest eine Meinung zu diesem Sport. Positiv oder negativ. Aber versuchen Sie einmal, sich mit anderen über Rugby zu unterhalten. Entweder treffen Sie auf einen wirklichen Spezialisten oder auf freundliches Desinteresse gegenüber einer etwas groben und rohen Sportart. Ähnlich verhält es sich mit Aktien und Obligationen. Zu Aktien hat jeder eine Meinung, Obligationen hingegen sind bestenfalls langweilig. Denn: was soll interessant sein an einer zehnjährigen Obligation, die dem Anleger 0,01 Prozent Rendite p.a. verspricht. Da sind Aktien doch viel spannender…

Obligationen haben besondere Eigenschaften

Doch schon dieser Vergleich ist im Grunde falsch. So wie Fussball und Rugby völlig unterschiedliche Sportarten sind und mit ganz unterschiedlichen Parametern bewertet werden müssen, so haben auch Aktien und Obligationen ganz besondere Eigenschaften, die sich nicht einfach miteinander vergleichen lassen. Obligationen werden hier oft unterschätzt – weil Anleger oftmals nur die Rendite als Bewertungsmassstab nutzen.

Vergessen sie die Gleichung Obligation gleich Rendite p.a.

Wer heute erfolgreich in Obligationen investieren möchte, muss sich von der alten Gleichung Obligation = Rendite p.a. freimachen. Vergessen Sie für einen Augenblick den Gedanken, dass sich durch die Null-Rendite mit Obligationen kein Geld verdienen lässt. Obligationen sind dynamischer und bieten mehr Ertrags-Möglichkeiten als nur die Rendite p.a. Denken Sie in barwertigen Effekten und den daraus resultierenden Total Return-Chancen, die diese Anlageklasse bietet.

Obligationen mit wichtigem Alleinstellungsmerkmal

Obligationen verfügen über ein wirkliches Alleinstellungsmerkmal gegenüber Aktien. Das ist die Berechenbarkeit. Denn anders als am Aktienmarkt sind viele Inputfaktoren bei Obligationen klar definiert, lediglich die Zahlungsfähigkeit des Emittenten entzieht sich dem. Mit diesen Inputfaktoren lässt sich ein Obligationinvestment präziser berechnen, als ein Aktieninvestment, bei dem viele Faktoren vorab unbekannt sind. Es sind diese Faktoren, die den Obligationenmarkt für aktive Investoren nachgerade prädestiniert. Im Folgenden möchte ich diese unterschiedlichen Dimensionen näher betrachten.

Obligationen bieten mehrere Ertragspotenziale

Wie eingangs erwähnt: Die ausgewiesene Rendite ist längst nicht die einzige Ertragsquelle bei Obligationen. Ob sich ein Investment lohnt, zeigt erst der Blick auf das gesamte Ertragspotenzial. Das kann neben der jährlichen Rendite beispielsweise auch aus möglichen Kursgewinnen nach Bonitätsverbesserung oder Änderungen des Zinsniveaus bestehen. Ertragspotenzial bietet auch der so genannte Roll-down-Effekt, der in bestimmten Marktsituationen Kursgewinne ermöglicht. Dieser Roll-Down-Effekt entsteht, wenn sich die Laufzeit von Obligationen verkürzt: Sinkt bei einer fünfjährigen Obligation im Zeitablauf die Restlaufzeit auf vier Jahre, entsteht bei einer steilen Zinskurve durch das Sinken der Laufzeit automatisch ein Kursgewinn. Diesen Kursgewinn kann ein aktiver Investor als Ertragsquelle nutzen.

Dimension Anlageuniversum und Obligationgestaltung

Das Anlageuniversum ist viel grösser als bei Aktien. Anleger können zum Beispiel Titel kaufen, die es bei Aktien gar nicht gibt: Staaten begeben Obligationen, aber keine Aktien. Und bei einzelnen Unternehmen können Sie aus einer Vielzahl von unterschiedlichsten Obligationausgestaltungen wählen, während es in der Regel bei den Aktien nur Vorzüge und Stämme gibt.

Dimension: Laufzeit und Rang

Eine weitere Dimension von Obligationen ist ihre Laufzeit. Anleger können mit dieser Laufzeit arbeiten – es gibt Kurzläufer, aber auch 100-jährige Obligationen. Die nächste Dimension ist der Rang der Obligation: Kaufe ich eine Nachrangobligation oder doch lieber eine Obligation im ersten Rang? Hinzu kommen die unterschiedlichen Währungen: Während beispielsweise die Aktie eines Konsumgüterherstellers in Euro notiert, kann dasselbe Unternehmen Obligationen auch in US-Dollar oder einer anderen Währung begeben.

Verschiedene Dimensionen eröffnen Potenziale

All dies sind Dimensionen, die ein aktiver Investor in seinem Portfolio nutzen kann. So kann ein Währungswechsel in einer Obligation dazu führen, dass auch eine ganz andere Zinsstrukturkurve zugrunde liegt. Denken Sie nur an die zurzeit inverse Zinsstrukturkurve in den USA im Vergleich zu der in der Eurozone.

 

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