09.11.2022 - Bert Flossbach

Das Comeback


Das Comeback

Nach den Verlusten in den vergangenen Monaten können Obligationen wieder dabei helfen, den Wert des Vermögens zu erhalten. Sie sollten aber sorgfältig ausgesucht werden. 

Bei Obligationen sind die Kursverluste von gestern die Gewinne von morgen, zumindest solange der Emittent nicht vor Fälligkeit der Papiere pleitegeht. Allerdings ist „morgen“ nicht klar definiert. Ein weiterer Zinsanstieg würde vor allem die Kurse von Titeln mit langer Laufzeit weiter drücken. Insofern spielt das Timing bei Obligationen eine grosse Rolle. Mittlerweile ergeben sich im heterogenen Anleihemarkt aber wieder deutlich attraktivere Anlagemöglichkeiten als noch zu Jahresbeginn.

US-Dollar-Anleger können sich mit inflationsge­schützten US-Staatsanleihen erstmals seit dem Ende der Finanzkrise vor fast 14 Jahren wieder Realrenditen von fast zwei Prozent sichern. Wer in Euro denkt und das Dollarrisiko scheut, muss sich allerdings – gemessen an inflationsindexierten Bundesanleihen – immer noch mit einer realen null begnügen (vgl. Grafik).

Bei Unternehmensanleihen sind die Renditen mitunter noch deutlich stärker gestiegen als bei Staatspapieren. Hier gibt es zwar keinen garantierten Inflationsschutz, aber teilweise so hohe nominale Renditen, dass selbst bei deutlich höheren Inflationsraten als in der Vergan­genheit ein realer Kapitalerhalt gewährleistet sein sollte. Dies gilt vor allem für sogenannte Hybridanlei­hen, die zwar de jure eine sehr lange Laufzeit haben, aber von den Unternehmen zu feststehenden Termi­nen zurückgezahlt werden können, was diese in der Regel auch tun. Einige Titel solider Emittenten mit einer durchschnittlichen Laufzeit von knapp fünf Jahren (bis Call-Termin) brachten zuletzt eine Rendite von etwa sieben Prozent, nach nur zwei Prozent zu Beginn des Jahres.

Die Renditen klassischer Euro-Unternehmensanleihen mit solider Bonität liegen mit gut vier Prozent deutlich unter der Verzinsung von Hybridanleihen, nähern sich aber einem zunehmend attraktiven Niveau an (vgl. Grafik 2). Das wäre dann erreicht, wenn sie auch bei einer deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel der Notenbanken liegenden Inflationsrate eine positive Realrendite erwarten lassen.

 

Die Beispiele zeigen: Die Attraktivität von Anleihen hat in diesem Jahr spürbar zugenommen. Erstmals seit vielen Jahren gibt es wieder attraktive Renditen, die hoch genug sind, um auch bei höheren Inflationsraten als in der Vergangenheit einen positiven Realzins zu bieten. Den gibt es bei Dollaranlagen sogar schon mit Staatsgarantie in Form inflationsgeschützter Anleihen.

Sollten die Notenbanken die Inflation in den Griff bekommen und das Renditeniveau mittelfristig wieder sinken, wären neben den Kupons auch deutliche Kursgewinne dieser Papiere zu erwarten. Falls nicht, könnte das gestiegene Renditeniveau oftmals bereits ausreichen, um den inflationsbedingten Kaufkraftentzug auszugleichen.

 

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