08.07.2020 - Flossbach von Storch

Die Geldschwemme und die Börse


Die Geldschwemme und die Börse

Trotz erster Erholungssignale aus der Wirtschaft droht den Industrieländern eine Rezession historischen Ausmaßes. Dennoch konnten die Aktienmärkte in den vergangenen Monaten deutlich zulegen.

Auch wenn bislang nur das erste Halbjahr vorbei ist – 2020 dürfte in die Börsengeschichte eingehen. Nach Ausbruch der Coronavirus-Pandemie verlor der deutsche Aktienindex in der Spitze gut 39 Prozent und der US-Aktienindex S&P 500 knapp 34 Prozent.

Der Kursrutsch dauerte nur vier Wochen. Danach ging es wieder aufwärts. Noch sind die alten Höchststände zwar nicht erreicht: Bis zum Ende des ersten Halbjahrs betrug das Minus auf Jahressicht beim Dax noch rund sieben, beim S&P 500 etwa vier Prozent. Doch die US-Technologiebörse Nasdaq markierte mit einem Plus von mehr als zwölf Prozent seit Jahresbeginn bereits ein neues Allzeithoch.

Es gibt mehrere Gründe für die positive Entwicklung. Die massiven Stützungsmassnahmen der Staaten und Notenbanken dürften den Optimismus merklich angefeuert haben: Eine Geldschwemme, die alle Rekorde bricht.

  • Die Bilanzsumme der US-Notenbank Federal Reserve stieg seit Anfang März von 4,2 auf 7,1 Billionen US-Dollar. Die Bilanzsumme der Europäischen Zentralbank stieg erstmals über die Marke von sechs Billionen Euro, gut anderthalb Billionen Euro mehr als noch im März.
  • In der Eurozone wurde das „Pandemic Emergency Purchase Programme“, das die Auswirkungen der Krise lindern soll, um 600 Milliarden auf 1,35 Billionen Euro aufgestockt.
  • In Deutschland, dem ehemaligen Sparmeister der Eurozone, wurden allein im Juni weitere 130 Milliarden Euro Bundes- und Landesmittel lockergemacht.
  • In den USA gab es eine Debatte darum, ob Kredite im Rahmen des „Paycheck Protection Program“ von den Unternehmen überhaupt zurückgezahlt werden müssen. Bei Einhaltung bestimmter Kriterien wie der Weiterbeschäftigung der Mitarbeiter werden diese Kredite vollständig oder teilweise erlassen. Da per 30. Juni bereits Kredite im Umfang von 521 Milliarden US-Dollar mit einem durchschnittlichen Kreditvolumen von 107.199 US-Dollar vergeben worden sind, stellt auch diese Massnahme eine direkte Subventionierung kleinerer und mittlerer US-Unternehmen in relevanter Grössenordnung dar.

Diese Liste ist natürlich längst nicht vollständig und liesse sich beliebig ausweiten. In den Börsenkursen spiegelt sich eine „Nebenwirkung“ der Pandemie – rechnen viele Marktteilnehmer doch damit, dass die politischen Massnahmen die Realwirtschaft stützen und zumindest ein Teil der Geldschwemme auch direkt an den Börsen ankommt.

Fokus auf Qualität

Das Risiko erneuter, partieller Lockdowns bleibt aber bestehen, was sich zuletzt auch in den stark gestiegenen Infektionen und Krankenhauseinweisungen in einigen US-Bundesstaaten zeigt. Zwar stützen Geldpolitik und Staatshilfen – ob die konjunkturellen Risiken bei allen Titeln aber aktuell eingepreist sind, erscheint uns zumindest fraglich. Die Geschäftszahlen für das zweite Quartal könnten deshalb für einen gewissen Realitäts-Check sorgen. Die Pandemie hat aber nicht nur die Schwachstellen, sondern auch die Stärken von Unternehmen offengelegt. Wir können so unseren Qualitätsfokus weiter schärfen und uns auf solide finanzierte Unternehmen mit stabilen und vorhersehbaren Erträgen konzentrieren, deren Geschäftsmodell einen Schutz vor Nachahmern bietet.

Trotz der positiven Entwicklung an den Aktien- und Anleihemärkten in den vergangenen Monaten blieb auch der Goldpreis stabil. Das deutet darauf hin, dass das Edelmetall vermehrt als eine Alternative zum selbst geschaffenen und negativ verzinsten Geld der Notenbanken gesehen wird. Die Geldschwemme entfaltet ihre Wirkung an den Kapitalmärkten.

 

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