03.04.2018 - Philipp Vorndran

Ein Test für jeden Reisenden


Philipp Vorndran

Kurs auf Neuseeland, die nächste Etappe unserer Tour. Eines der Lieblingsziele deutscher Fernreisenden. Soviel vorweg: Der Trip ans Ende der Welt hat uns einiges abverlangt.

Das Wetterglück verliess uns, nachdem wir Sydney verlassen hatten. Zwei Tage auf dem Tasmanischen Meer – Kurs Neuseeland. Zwei Tage, die eher ein turbulenter „Flug“ waren als eine Traumschiffreise durch seichte See. Der Kapitän entschuldigte sich morgens stets mit den Worten „Sorry for the bumpy ride“. Das Tasmanische Meer ist rau.

Wir hofften, dass sich alles beruhigen würde, sobald wir das Festland erreichten. Schliesslich war die Freude auf das, was da kommen sollte, riesig gross: bildschöne Natur, verbunden mit vielen tollen Reiseerlebnissen.

Als wir am dritten Tag den weltberühmten Milford Sunds durchquerten, regnete es noch immer. Gut, dachten wir, der Regen würde helfen, die gewaltigen Wasserfälle zu speisen – und uns schöne Fotos bescheren. Wir freuten uns über den Regenbogen auf dem Wasser. Um uns herum wunderschöne Farben; ein wenig wie die Kinolandschaft in Jurassic Park.

Wir hatten Pech …

So viel Grün kann nur erstrahlen, wenn es 300 Tage im Jahr regnet. Die bezaubernden Fotos der Fjordlandschaft im Sonnenschein, die wir aus den vielen Hochglanz-Prospekten der Reisebüros oder den Reiseführern kennen, werden also an den anderen 65 Tagen geschossen. Kein Vorwurf, ich würde es genauso machen. Die Wahrscheinlichkeit, einen solchen Sonnentag zu erwischen, ist allerdings nicht besonders gross. Wir hatten Pech. Zwar waren die Fjorde auch im Regen eindrucksvoll; die See hätte aber langsam etwas ruhiger werden können.

Unser nächster Stopp war Dunedin, eine verschlafene Universitätsstadt, die vor rund 100 Jahren im Goldrausch war. Aus dieser Zeit stammt auch die eindrucksvolle Architektur. Der kaum mehr benutzte Bahnhof ist Neuseelands meistfotografiertes Gebäude. Die alten Gebäude verleihen der Stadt einen besonderen Charme, der an Schottland erinnert. Cadbury produziert hier Schokolade, die man lecker finden kann, aber nicht muss. Touristen sind für die hiesige Wirtschaft besonders wichtig. Im Rugby-Stadion spielt regelmässig das Nationalteam, die All Blacks, der Stolz Neuseelands. Am wichtigsten für Dunedin ist aber die Universität, vor allem seitdem Studienplätze nach China verkauft werden können. Anders als bei unseren vorangegangenen Stationen haben wir nicht viele Touristen aus China gesehen.

Stadt besichtigt, Wasser und Keksvorräte aufgefüllt – weiter ging es Richtung Akaroa, von dem es heisst, das Fleckchen Frankreich in Neuseeland zu sein. Zahlreiche Einwanderer hatten sich dort einst niedergelassen. An diesem Fleckchen musste doch die Sonne scheinen, oder?

Wieder nahm der Kapitän uns jede Hoffnung. „It will become quite a tricky tender operation“. Windstärke 8, die Wellen selbst in der Bucht von Akaroa rund zwei Meter hoch. Ich musste all meine Überredungskunst aufbringen (ich kannte diesen Ort von meinem Neuseeland-Besuch 2010), um meine beiden Gefährtinnen ins Tenderboot zu bekommen. Unser Bootsführer war glücklicherweise ein Meister seines Faches. Drei Seemeilen chauffierte er uns gekonnt bis zum Anleger. Niemand wurde trotz der hohen Wellen nass, geschweige denn ging über Bord. Auf der Rückfahrt wurde zumindest das erste nachgeholt.

Akaroa ist traumhaft, wenn die Sonne scheint; wenn nicht, dann ist die Stadt immer noch sehr schön. Wären doch nur Wind und Regen etwas gnädiger mit uns! Die wuchernden Hortensien in den Vorgärten, bunte Holzhäuser und Oldtimer, die durch die Strassen gleiten – das französische Flair. An diesem Fleckchen lässt es sich gewiss aushalten. Einen Sauvignon blanc trinken und bei leckerem Fisch oder Lammracks das süsse Leben geniessen. Angesichts des Wetters gab es für uns nur Fisch und Chips, was im Übrigen auch nicht schlecht war. Danach direkt zurück aufs Schiff und aufwärmen.

An diesem Ort will niemand bei schlechtem Wetter sein

Unsere Stimmung bekam einen Dämpfer, der umso grösser wurde, als der Kapitän verkündete, dass in der Cookstrasse die nächste Schlechtwetterfront auf uns warte. Genau in jenem Gebiet, in dem unser nächstes Ziel lag: das beschauliche Städtchen Picton.

Picton allein ist keine Reise wert. Allerdings ist der südliche Fährhafen die Verbindung zwischen Nord- und Südinsel Neuseelands und damit auch das Einfallstor zur Weinbauregion Blenheim (Cloudy Bay), der Urlaubsregion um „sunny“ Nelson und die Fjorde der Marlborough Sunds.

Ich würde mich als durchaus seetauglich bezeichnen, selbst bei stärkerem Seegang, aber der Hinweis des Kapitäns machte auch mich nervös. Die Cookstrasse ist selbst bei gutem Wetter ein Test für die Standfestigkeit eines Reisenden. Was würde sie erst bei schlechtem sein? Eine Schlechtwetterfront, da war ich mir sicher, konnten wir an diesem Ort gewiss nicht gebrauchen ... mal ganz davon abgesehen, dass es für uns weiterhin Regen und Sturm bedeutete. 1970 waren bei einem Fährunglück mehr als 50 Menschen gestorben. Wir überstanden die Fahrt, wobei der schlimmere Teil erst noch kommen sollte.

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