Eine Klinik wie ein Hotel

22.02.2018 - Philipp Vorndran

GESELLSCHAFT


Philipp Vorndran

Die erste Station auf unserer Reiseroute ist Dubai. Die Erwartungen sind zunächst nicht allzu gross. Ein kurzer Reisebericht.

Zweimal war ich bislang in Dubai – jeweils beruflich. Ich muss gestehen, dass ich kurz vor dem dritten, diesmal privaten Besuch eher skeptisch war. Dubai erschien mir aus der Ferne sehr künstlich und dessen Aufschwung wenig nachhaltig. Nach einigen Tagen und noch viel mehr Eindrücken fällt mein Urteil jedoch weit positiver aus. Dubai ist vor allem eines: überraschend vielfältig.

Was natürlich zuerst auffällt, ist der gewaltige Bauboom. Die vielen, riesigen Kräne ragen wie stählerne Riesen in den blauen Himmel. Gebaut wird praktisch überall. Mich erinnert das stark an Shanghai vor 15 Jahren. Immer wieder fragen wir uns, wer wohl die Bürokomplexe und Wohntürme irgendwann beziehen wird? Wir sind gespannt. Wahrscheinlich sind es Chinesen, die zum chinesischen Neujahrsfest die Verkaufsbüros des lokalen Immobilienriesen EMAAR belagern.

Menschen aus aller Welt – alle topmotiviert!

Aus Sicht des Besuchers hat der Bauboom neben vielen neuen glitzernden und faszinierenden Fassaden auch Nachteile: Taxifahren ist in Dubai zwar eigentlich spottbillig – dank der günstigen Spritpreise. Wegen der riesigen Baustellen steht man aber nicht selten und vor allem lange in Staus. Das macht den Preisvorteil beim Sprit schnell wieder wett.  

Wir hatten in den vergangenen Tagen immer wieder Gelegenheit, mit Menschen zu sprechen, die in Dubai als Servicekräfte arbeiten. Sie alle hatten eines gemeinsam: sie waren hochmotiviert und extrem kundenfokussiert. Einer davon war Osama aus Port Said, einer Hafenstadt in Ägypten. Er ist sehr dankbar, angesichts der Krise in seiner Heimat, in Dubai einen Job, noch dazu einen vergleichsweise gut bezahlten, gefunden zu haben.

Vielen anderen Arbeitskräften aus dem Ausland geht es ähnlich, egal ob aus Russland, Myanmar, Venezuela, Pakistan, Indien, Frankreich oder Deutschland. Menschen aus aller Welt leben hier als Minderheiten friedlich zusammen, was einen sehr positiven Eindruck hinterlässt. Ist das vielleicht das Geheimnis des Erfolges? Keine Leitkultur, sondern Minderheiten, die hoch motiviert ihr Leben führen und somit den Mehrwert für das Ganze maximieren? Wir werden auf unserer Reise noch genügend Orte besuchen, wo wir diese Hypothese testen können.

Dubai=Katar?

Repräsentativ sind meine kleinen Umfragen jedoch nicht; so hatte ich keinerlei Gelegenheit, mit den Arbeitern auf den riesigen Baustellen zu sprechen. Ist deren Situation ähnlich desaströs wie die von denen auf den Grossbaustellen in Katar? Oder besser? Schwer zu sagen.

Neben dem schieren Gigantismus wird uns noch eines gewiss in Erinnerung bleiben: die Krankenversorgung. Wir mussten leider einen unfreiwilligen Check des Gesundheitssystems vornehmen. Unsere Tochter hatte hohes Fieber bekommen. Soweit so schlecht.

Die hiesige Klinik erinnerte uns rein optisch jedoch mehr an ein Hotel denn an ein deutsches Krankenhaus. Moderne, bequeme Polstermöbel im Wartebereich. Riesige Bildschirme.

Um 10.15 Uhr hatten wir die Klinik betreten, knapp eine Stunde später verliessen wir sie schon wieder. Bestens versorgt. Zwischendrin wurden allerlei Untersuchungen gemacht, inklusive Grippetest. Die Krankenschwester war von den Philippinen, der behandelnde Arzt kam aus Indien. Beide extrem freundlich, ruhig und kompetent. Die Laborergebnisse waren bereits nach 15 Minuten fertig. Rund 100 Euro haben die Untersuchungen gekostet.

Für Deutsche ist diese Erkenntnis ernüchternd …

Für Deutsche, die nicht müde werden, das eigene Gesundheitssystem als weltweit einzigartig zu preisen, ist das sicherlich eine ernüchternde Erkenntnis. Weltspitze ist die deutsche Krankenversorgung schon lange nicht mehr.

Fazit Dubai: Wir wären gerne länger geblieben. Die Entwicklung ist faszinierend. Wir haben uns zwar keine Wohnung gekauft, aber zumindest kurz darüber nachgedacht. Vor dem Besuch hätte ich mir das nie vorstellen können. Fest steht: Wir kommen wieder!

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