25.10.2022 - Bert Flossbach

In Go(l)d we trust


In Go(l)d we trust

Die Notenbanken kämpfen gegen die Inflation und ziehen die Zinsen hoch. Was wenn sie scheitern? Dann zeigt sich der wahre Wert von Gold.

Sollten die Notenbanken es schaffen, die Inflation einzufangen und nachhaltig in Richtung ihres Zwei-Prozent-Ziels zu bringen, gäbe es kaum stichhaltige Gründe für eine Goldanlage. Dies gilt zumindest für Dollar-Anleger, die inflationsgeschützte Anleihen mit fast zwei Prozent Rendite kaufen können.

Ob die Notenbanken den Kampf gegen die Inflation gewinnen werden, ist aber keineswegs sicher. Sollten die langfristigen Inflationserwartungen der Men­schen und damit auch die Lohnabschlüsse moderat bleiben, kann dies gelingen. Bleibt die Inflation allerdings noch bis weit ins nächste Jahr sehr hoch, weil umfassende Hilfspakete den energiepreisbe­dingten Kaufkraftverlust abfedern, wird es schwierig, das Narrativ einer erfolgreichen Inflationsbekämp­fung durch höhere Zinsen aufrecht zu halten. Dies gilt vor allem dann, wenn der Zinsanstieg zu Kollate­ralschäden führt wie zuletzt in Grossbritannien.

Wenn sich abzeichnet, dass die Geldpolitik in einer Phase importierter Inflation und hoher Verschuldung an ihre Grenzen stösst und die Notenbanken ihren Kampf gegen die Inflation nur mit stumpfen Schwer­tern führen können, wird auch das Vertrauen der Menschen in den Wert des Geldes leiden. Die Schwä­che des britischen Pfund, aber auch des Yen und Euro spiegeln bereits einen beginnenden Glaubwür­digkeitsverlust wider (vgl. Grafik).

 

In Großbritannien kämpft die Notenbank gegen eine schuldenfinanzierte, expansive Fiskalpolitik, in Japan gegen eine aus dem Ruder gelaufene Verschuldung und in der Eurozone mit dem eigenen Versprechen, den Euro zusammenzuhalten – „whatever it takes“. Das Schwert der US-Notenbank ist schärfer. Die Zinsen konnten bereits deutlich angehoben werden, die Wirtschaft ist noch in guter Verfassung und die geo-politische Lage besser als die von Europa oder Japan.

Doch ob die US-Notenbank im Alleingang die Fiat- Währungen der Welt verteidigen kann, ist fraglich. Der starke US-Dollar wird zunehmend zu einer Belastung für die US-Wirtschaft und für in Dollar verschuldete Schwellenländer. Der US-Immobilienmarkt beginnt unter den hohen Hypothekenzinsen zu ächzen und die für die Altersversorge so wichtigen Ersparnisse der US-Bürger beginnen zu schmelzen.

Gold ist Geld

Deshalb muss auch die US-Notenbank darauf achten, die Zinsschraube nicht zu überdrehen. Dann wäre der Job zwar erledigt, sprich die Operation gelungen, der Patient aber tot. Insofern ist auch der Spielraum der US-Fed begrenzt und für den zurzeit als Stabilitätsanker dienenden US-Dollar gilt seit der Abschaffung der Golddeckung bekanntlich nur noch „in God we trust“. Dann würde Gold, wie so oft in der Geschichte, wieder als Währung der letzten Instanz gelten.

Anleger sollten wissen: Sollten die Notenbanken den Kampf gegen die Inflation verlieren, weil sie gezwungen werden, ihre Zinserhöhungen früher als notwendig einzustellen, droht ein Vertrauensverlust. Die Wertaufbewahrungsfunktion des Geldes könnte dann infrage gestellt werden. In diesem Fall würde Gold als Währung der letzten Instanz stark gegen­über den unter Kaufkraftschwund leidenden Papierwährungen aufwerten.

 

RECHTLICHER HINWEIS

Diese Veröffentlichung dient unter anderem als Werbemitteilung.

Die in dieser Veröffentlichung enthaltenen Informationen und zum Ausdruck gebrachten Meinungen geben die Einschätzungen von Flossbach von Storch zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder und können sich jederzeit ohne vorherige Ankündigung ändern. Angaben zu in die Zukunft gerichteten Aussagen spiegeln die Zukunftserwartung von Flossbach von Storch wider, können aber erheblich von den tatsächlichen Entwicklungen und Ergebnissen abweichen. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit kann keine Gewähr übernommen werden. Der Wert jedes Investments kann sinken oder steigen und Sie erhalten möglicherweise nicht den investierten Geldbetrag zurück.

Mit dieser Veröffentlichung wird kein Angebot zum Verkauf, Kauf oder zur Zeichnung von Wertpapieren oder sonstigen Titeln unterbreitet. Die enthaltenen Informationen und Einschätzungen stellen keine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung dar. Sie ersetzen unter anderem  keine individuelle Anlageberatung.

Diese Veröffentlichung unterliegt urheber-, marken- und gewerblichen Schutzrechten. Eine Vervielfältigung, Verbreitung, Bereithaltung zum Abruf oder Online-Zugänglichmachung (Übernahme in andere Webseite) der Veröffentlichung  ganz oder teilweise, in veränderter oder unveränderter Form ist nur nach vorheriger schriftlicher Zustimmung von Flossbach von Storch zulässig.

Angaben zu historischen Wertentwicklungen sind kein Indikator für zukünftige Wertentwicklungen.

© 2022 Flossbach von Storch. Alle Rechte vorbehalten.

Alle News von Flossbach von Storch

Zurück zum Newsroom