25.02.2022 - Flossbach von Storch

Putins Krieg


Putins Krieg

Die russische Armee dringt in die Ukraine vor. An den Börsen fallen weltweit die Notierungen. Was bedeutet der Krieg in Osteuropa für Anleger?

Die Luftangriffe und der Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine werden Europa verändern, werden womöglich die Welt verändern.

Wir schauen traurig und mit grosser Sorge auf die Ereignisse in Osteuropa, immer noch hoffend, dass Diplomatie und Vernunft am Ende gewinnen werden. Auch wenn die Bilder und Fernsehansprachen, die in diesen Stunden aus der Ukraine und Russland übermittelt werden, eine andere Sprache sprechen.

Anders als die Annexion der Krim durch Russland 2014 kommt die Eskalation diesmal nicht überraschend. Der Konflikt hat sich über Wochen und Monate zugespitzt.

Kursbewegungen lassen sich nicht timen

Dennoch lassen sich die kurzfristigen Kursreaktionen, die Wladimir Putins Krieg auslöst, schwerlich (der jeweiligen Nachrichtenlage folgend) antizipieren; zumal das Vorgehen des russischen Präsidenten zwar kalkuliert, aber gleichermassen erratisch ist. Timing-Versuche kosten langfristig meist Rendite. Insofern sind wir diesbezüglich vorsichtig.

Unser Ansatz als langfristiger Investor ist ohnehin ein anderer. Da das „Russland-Risiko“ beziehungsweise die Risiken bezogen auf Investments in Russland nicht neu sind, haben wir keinerlei Engagements in der Region. Wir meiden zudem seit Jahren Unternehmen, die allzu sehr vom russischen Markt abhängig sind und/oder die eine Krise in der Region deutlich und vor allem längerfristig treffen könnte – Banken gehören unseres Erachtens dazu.

Stattdessen besteht unser Aktienportfolio mehrheitlich aus Titeln, deren langfristiges Wachstums- und Ertragspotenzial weitgehend losgelöst ist von einzelnen Märkten oder potenziellen Länderrisiken . Die über ein erprobtes Geschäftsmodell verfügen und wenig verschuldet sind.

Im Fokus: ein robustes Portfolio

Gemäss unseren Investmentleitlinien, dargestellt im Flossbach von Storch - Pentagramm, versuchen wir, potenzielle Risiken zu reduzieren, in dem wir – neben der zuvor beschriebenen Qualität der einzelnen Investments – vor allem die Diversifikation in den Fokus rücken. Die uns anvertrauten Gelder in den gemischten Portfolios und Mandaten sind also zu jeder Zeit breit über verschiedene Anlageklassen , Einzeltitel und Währungen verteilt. Insofern sind Gold (physisch wie nicht physisch) und auch der US-Dollar wichtige und deshalb feste Bestandteile der Portfolios – und wirken in diesen Tagen als „portfolioimmanente Absicherungen“.

In Summe sollen die Portfolios so robust konstruiert sein, dass sie selbst grössere Krisen weitgehend schadlos überstehen. Was nicht heisst, dass die Kurse nicht zeitweise deutlicher zurückfallen (können). Gut möglich, dass die Kapitalmärkte in den kommenden Tagen und Wochen weiter nachgeben werden, zumal es noch weitere Risikofaktoren gibt – allen voran die Inflation und die möglichen Reaktionen der Notenbanken darauf.

Es wäre unseres Erachtens angesichts dauerhaft negativer Realrenditen aber falsch, eine auf Sachwerte und damit reale Vermögensmehrung ausgerichtete Strategie aus Angst vor temporären Schwankungen über den Haufen zu werfen, auch wenn es für den Moment schwerfallen mag. Anders ausgedrückt: Ausgerechnet jetzt sein Aktienportfolio deutlich zu reduzieren, ist unseres Erachtens keine gute Idee.

Während der politische Schaden und das Leid der Menschen in der Ukraine immens sind, dürften sich die langfristigen Folgen für die Weltwirtschaft (zumindest nach derzeitigem Stand der Dinge) in Grenzen halten. Russlands Bedeutung rührt vor allem von seinen Rohstoffen her, insbesondere seinen Öl- und Gasvorkommen. Der „Westen“ wird deshalb kurz- bis mittelfristig deutlich höhere Energiekosten tragen müssen, sich nun aber vermutlich deutlich schneller von Russland als Energielieferanten emanzipieren.

 

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